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Der Thiele Glas EM-Durchblick: EM-Analyse mit Chefcoach Christian Brand

Cheftrainer mit journalistischer Berufserfahrung – Christian Brand ist in vielerlei Hinsicht alles andere als Durchschnitt. Bereits zu seiner aktiven Zeit als Mittelfeldspieler bei Werder Bremen, Hansa Rostock oder in der Schweiz ließ er sich nicht vom aufkommenden Hype um Profi-Fußballer mitreißen, sondern hielt immer Bodenkontakt. Nebenbei zeigte er seine journalistische Ader und gab beispielsweise mit der Kolumne „Logbuch eines Fußballprofis“ höchstamüsante Einblicke in den Fußballer-Alltag. Nachdem er seine aktive Karriere und anschließend ein Volontariat bei der Schweizer Presse beendet hatte, schulte er auf Trainer um und bewahrte in der letzten Saison seinen alten Verein Hansa Rostock vor dem Abstieg in die vierte Liga. Trotz eines vollen Vorbereitungsplans nahm sich Christian Brand die Zeit, für Thiele Glas die bisherige EURO 2016 zu analysieren.

 

 

Wie fällt Deine Einschätzung zu den Viertelfinalspielen aus?


Eigentlich waren die Spiele – so wie die ganze Europameisterschaft – eher durchschnittlich. Klar, man muss schon unterscheiden, denn Frankreich gegen Island war schon gut beziehungsweise Island war auch zu schwach für Frankreich an dem Tag.

Deutschland gegen Italien war okay – aber eben sehr vorsichtig. Deutschland wollte da nicht ins offene Messer laufen und hat das dann intelligent gespielt. Aber so mitreißend war das jetzt alles nicht.


Was ist markant an dieser EM?

Die Europameisterschaft ist davon geprägt, dass es Mannschaften gibt, die gut verteidigen können. Die Fantasie und Kreativität in der Offensive ist das, was mir dann oft fehlt. Man sieht bei vielen Mannschaften kein Offensiv-Konzept. Es gibt wenige einstudierte Spielzüge. So wie man defensive Prinzipien trainieren kann, geht das in der Offensive auch.

Da muss ich schon sagen, dass Deutschland von der Flexibilität her bis zum Nordirland-Spiel ganz gut war. Als dann Mario Gomez rein kam, wurde es alles wieder etwas statischer. Mit Götze, Özil und Draxler sind sie wesentlich beweglicher vorne und schwerer auszurechnen. Bei anderen Mannschaften zeigt sich das selten. Frankreich ist noch etwas flexibler – die haben immer mal wieder Mittelfeldspieler, die mit in den Sturm gehen. Island fand ich noch sehr gut, denn bei ihnen hat man gesehen, dass sie nicht nur blind nach vorne spielen, sondern eine Spielidee haben. Ansonsten ist es aber alles nicht sonderlich aufregend. Das Turnier ist halt aufgebläht und das Niveau in den Hauptrunden damit nicht annähernd so hoch wie in Champions League Spielen.


Was war bisher Dein Moment der Europameisterschaft?

Tatsächlich gibt es diesen einen Moment noch nicht – vielleicht kommt der ja noch. Also zumindest fußballerisch nicht. Von der Stimmung finde ich es super, wie Island sich gefreut hat und natürlich auch die Nordiren und Iren mit ihren Fans.

Das schönste bis jetzt ist tatsächlich, dass es ruhig geblieben ist und keine schlimmen Dinge passiert sind. Also klar, die Hooligan-Ausschreitungen zu Beginn waren unangenehm, aber das war nur kurz und zum Glück ist da nichts weiter passiert. Aber ich mein jetzt so die großen Katastrophen wie damals beim Spiel Frankreich gegen Deutschland mit den Selbstmordanschlägen. Das war eigentlich meine größte Befürchtung.


Was war für Dich die größte Überraschung bei der EM bis jetzt – positiv wie negativ?

Positiv ganz klar Wales, Island und auch Nordirland. Negativ England, Österreich, Belgien – gerade von Österreich und Belgien hatte ich mir viel erhofft. Belgien hätte mit diesen tollen Spielern viel weiter kommen müssen, aber von den ihnen war ich auch spielerisch nicht so angetan. Österreich war für mich eine Riesenüberraschung, weil ich den Trainer Marcel Koller sehr schätze und für einen sehr, sehr guten Trainer halte, aber das war ein bisschen verwirrend, was die da gespielt haben – für sie selbst wahrscheinlich auch.


Wie beurteilst Du die Leistung der Deutschen im Turnierverlauf?

Deutschland spielt das sehr geschickt. Die zeigen eine klare Steigerung während des Turniers, was immens wichtig ist, denn ich denke, wenn man dieses Turnier gewinnen will, muss man in der Lage sein, sich zu steigern. Bei Deutschland und Italien war das der Fall.


Wie sieht Deine Prognose für die letzten Spiele aus?

Ich denke, wer das Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich gewinnt, der wird auch Europameister. Portugal hat während des gesamten Turniers noch kein Spiel nach 90 Minuten gewonnen. Die machen das taktisch gut, vor allem defensiv und es kann natürlich sein, dass das auch reicht, aber ich glaube schon, dass Deutschland oder Frankreich den Titel holt.