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Der Thiele Glas EM-Durchblick - Eine Zwischenbilanz mit Lutz Pfannenstiel

Der ehemalige Torhüter ist der einzige Fußballer, der auf allen von der FIFA anerkannten Kontinenten unter Vertrag stand. Der Keeper blickt auf eine bewegte Karriere zurück: Von langen Reisen, über Herzstillstand auf dem Spielfeld bis hin zu drei Monaten Haft in einem Gefängnis in Singapur. Die Anklage lautete: Spielmanipulation – er habe auffällig gut gehalten. Heute ist Pfannenstiel als Leiter für internationale Beziehungen und Scouting bei 1899 Hoffenheim und als Experte für ZDF, BBC und Co. bei verschiedenen großen Turnieren aktiv. Auch unserer Marketing-Kollegin Therese Galetzka, die vor Ihrer Tätigkeit bei der Thiele AG mehrere Jahre erfolgreich als Sportjournalistin gearbeitet hat, stand er mehrfach Rede und Antwort. Aufgrund dieser langen Zusammenarbeit zwischen Lutz Pfannenstiel und Frau Galetzka, unter anderem auch bei verschiedenen internationalen Lehrgängen und Trainingslagern für junge Torhüter und Torwarttrainer, gestattet der Weltenbummler-Keeper uns einen exklusiven Blick hinter die Kulissen.

 

 

Wie schätzt Du das Turnier bis hierher ein?

 

Es ist kein schlechtes Turnier. Natürlich fallen insgesamt relativ wenige Tore, da die Spielausrichtungen meist eher taktisch geprägt sind, aber ich denke im Laufe des Turnieres, wird sich das noch ändern. Deutlich wird auch, dass es keine „kleinen Mannschaften“ mehr gibt – selbst Teams wie Island und Nordirland können gut mithalten und sich für die K.O.-Runde qualifizieren. Dieses Turnier könnte noch die eine oder andere Überraschung bereithalten.

 

 

Welche Mannschaften haben Dich bisher überzeugt und welche eher enttäuscht?

 

Spanien, Italien und England haben mich in den ersten Spielen zumindest teilweise überzeugt – es gab zwar auch bei den drei Teams einige schwächere Phasen in den Spielen, aber sie haben gezeigt, dass sie zu den Top-Favoriten zählen. Positiv überrascht haben mich auch die Kroaten – zumindest auf dem Feld.

 

Enttäuschend war die Leistung der Schweden, die überhaupt nicht versucht haben Fußball zu spielen. Es ist schade für Ibrahimovic, dass es bei seinem letzten großen Turnier aufgrund der schwachen Mannschaftsleistung nicht zu einem würdigen Abschied gereicht hat.

 

 

Wie ist die Stimmung im Land?

 

Noch ist hier alles relativ ruhig. So richtig große EM-Party-Stimmung ist noch nicht aufgekommen, aber ich denke, das kommt noch. Gerade da Frankreich noch gut im Rennen ist, wird sich da sicher noch was tun.

 

 

Die Sicherheit ist bei diesem Turnier ein großes Thema. Fühlst Du dich sicher?

 

Ich bin da vermutlich die falsche Person, um diese Frage zu beantworten – dafür habe ich in meinem Leben schon zu viel erlebt, als dass ich mich hier unsicher fühlen könnte. Aber es ist schon so, dass es in diesem Jahr hier wesentlich unruhiger ist, als bei vergangenen Turnieren. Die französische Polizei hat sich einfach zu sehr auf den Schutz vor Terroranschlägen konzentriert und die Gefahr durch Hooligans unterschätzt. Beim Fußball kann es, was an sich schon schlimm genug ist, nun mal immer wieder zu Schlägereien zwischen Hooligans kommen. Dass bei diesem Turnier aber Fans ein und desselben Fanlagers aufeinander losgehen – siehe Kroatien – macht selbst mich sprachlos.

 

Trotz allem muss man das alles differenziert betrachten. Nicht alle Engländer sind Schläger, nicht alle Russen Randalierer. Ich würde mal sagen, dass ca. 99 % der englischen und russischen Fans friedlich sind und einfach nur ein schönes Fußball-Turnier erleben wollen. Aber es gibt nun mal dieses eine Prozent Idioten. Die Polizei hätte bessere Vorarbeit leisten müssen, sodass in ihren Heimatländern registrierte Hooligans gar nicht erst nach Frankreich hätten einreisen können. Aber dazu hätte die französische Polizei mit den anderen Ländern kommunizieren und sich Rat holen müssen.

 

 

Was war bisher Dein Moment dieser Europameisterschaft?

 

Die schönste Szene war eigentlich nach dem Spiel Schweden gegen Irland. Bei der Abfahrt der Mannschaftsbusse nach dem Spiel klopften Fans beider Lager auf die Busse, um ihrem Team viel Erfolg auf dem weiteren Weg zu wünschen. Als die Busse weg waren, ging die grüne und die gelbe Menschenmenge ineinander  über und alle feierten zusammen den Fußball. Das stell ich mir unter einer Europameisterschaft vor.